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Weiße Bosch Wärmepumpe mit Lüftungsgitter und Logo, auf einem grauen Sockel vor einem Gebäude.

Wärmepumpe Grundlagen - alles was Sie wissen müssen

5 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Deutschland erlebt derzeit eine umfassende Umstellung im Bereich der Heizsysteme. Wer sich bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, könnte finanzielle Vorteile ungenutzt lassen. Die staatlichen Förderungen sind aktuell besonders attraktiv, jedoch ist zu erwarten, dass dieser Zustand nicht dauerhaft anhalten wird.

Was ist eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem und nutzt die Wärme, die bereits in der Umwelt vorhanden ist, um Gebäude zu beheizen und Warmwasser bereitzustellen. Diese Wärme stammt je nach System aus der Außenluft, der Erde oder dem Grundwasser.
Im Gegensatz zu einer Öl- oder Gasheizung wird dabei kein Brennstoff verbrannt. Stattdessen nutzt die Wärmepumpe Strom, um die vorhandene Umweltwärme auf ein höheres Temperaturniveau zu bringen und für die Heizung nutzbar zu machen. Dadurch arbeitet sie besonders effizient und gilt heute als eine der wichtigsten Alternativen zu klassischen Heizsystemen.
Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich für eine Wärmepumpe, weil sie langfristig Heizkosten senken, den CO₂-Ausstoß reduzieren und von attraktiven staatlichen Förderungen profitieren können.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Das Grundprinzip einer Wärmepumpe ist einfach: Sie entzieht der Umgebung Wärme und gibt diese an das Heizsystem des Hauses weiter.
Im Inneren der Wärmepumpe befindet sich ein Kältemittel, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Die aufgenommene Umweltwärme erwärmt dieses Kältemittel, das anschließend von einem Kompressor verdichtet wird. Durch die Verdichtung steigt die Temperatur stark an. Die entstandene Wärme wird dann an die Heizung und die Warmwasserbereitung übertragen. Danach kühlt das Kältemittel wieder ab, wird flüssig und der Kreislauf beginnt von vorn.
Der Kältekreislauf besteht aus vier wichtigen Komponenten:
Verdampfer Nimmt Wärme aus der Umgebung auf und erwärmt das Kältemittel, bis es verdampft.
Verdichter (Kompressor) Verdichtet das gasförmige Kältemittel. Dadurch steigen Druck und Temperatur deutlich an.
Verflüssiger Überträgt die Wärme an das Heizsystem. Dabei wird das Kältemittel wieder flüssig.
Expansionsventil Reduziert den Druck des Kältemittels, sodass es erneut Wärme aufnehmen kann.
Flussdiagramm "Funktionsprinzip Wärmepumpe": Umweltenergie wird in Wärmeenergie umgewandelt.
Je nachdem, aus welcher Quelle die Wärme gewonnen wird, unterscheidet man verschiedene Arten von Wärmepumpen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die am häufigsten installierte Wärmepumpe in Deutschland. Sie nutzt die Wärme der Außenluft, um das Haus zu beheizen und Warmwasser bereitzustellen.
Ein Ventilator saugt die Umgebungsluft an und entzieht ihr die enthaltene Wärmeenergie. Auch bei niedrigen Temperaturen ist noch genügend Energie in der Luft vorhanden, um eine Wärmepumpe effizient zu betreiben.
Der größte Vorteil dieser Wärmepumpenart liegt im vergleichsweise geringen Installationsaufwand. Da keine Bohrungen oder Erdarbeiten erforderlich sind, sind die Anschaffungskosten häufig niedriger als bei anderen Wärmepumpensystemen.

Erdwärmepumpe

Eine Erdwärmepumpe nutzt die im Boden gespeicherte Wärme. Über Erdsonden oder Erdkollektoren wird die Energie aus dem Erdreich aufgenommen und an die Wärmepumpe weitergeleitet.
Da die Temperatur im Boden über das gesamte Jahr hinweg relativ konstant bleibt, arbeiten Erdwärmepumpen besonders effizient. Selbst im Winter steht eine zuverlässige Wärmequelle zur Verfügung.
Für die Installation sind jedoch Erdarbeiten oder Tiefenbohrungen notwendig. Dadurch sind die Investitionskosten in der Regel höher als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Wärme des Grundwassers. Da Grundwasser ganzjährig relativ konstante Temperaturen aufweist, gehört diese Wärmepumpenart zu den effizientesten Lösungen.
Für den Betrieb werden zwei Brunnen benötigt. Über einen Förderbrunnen wird Grundwasser entnommen. Nach der Nutzung wird es über einen zweiten Brunnen wieder in den Boden zurückgeführt.
Die Voraussetzungen für den Einbau müssen jedoch vorab geprüft werden, da nicht jedes Grundstück für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe geeignet ist.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter?

Eine der häufigsten Fragen von Hausbesitzern lautet, ob eine Wärmepumpe auch bei Frost zuverlässig arbeitet. Die Antwort ist eindeutig: Ja.
Moderne Wärmepumpen sind speziell dafür ausgelegt, auch im Winter ausreichend Wärme bereitzustellen. Selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann noch genügend Energie aus der Umgebung gewonnen werden.
Mit sinkenden Außentemperaturen nimmt die Effizienz zwar etwas ab, die Heizleistung bleibt jedoch erhalten. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann ein integrierter Heizstab die Wärmepumpe bei Bedarf unterstützen. Luft-Wasser-Wärmepumpen verfügen außerdem über automatische Abtauprogramme, die Vereisungen selbstständig entfernen.

Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe

Wie jedes Heizsystem bringt auch eine Wärmepumpe Vor- und Nachteile mit sich. Für viele Hausbesitzer überwiegen jedoch die Vorteile deutlich.
Vorteile
  • Niedrige Heizkosten im Betrieb
  • Staatliche Förderungen möglich
  • Weniger abhängig von Öl- und Gaspreisen
  • Lange Lebensdauer
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Für Alt- und Neubauten geeignet
  • Gute Kombination mit Photovoltaik
  • Hohe Energieeffizienz
  • Nutzung erneuerbarer Umweltwärme
  • Geringer CO₂-Ausstoß
  • Kein Schornsteinfeger erforderlich
Nachteile
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Stromkosten für den Betrieb
  • Effizienz abhängig von Gebäude und Heizsystem
  • Installationsaufwand je nach Wärmepumpenart
  • Erdarbeiten oder Bohrungen bei bestimmten Systemen erforderlich
  • Teilweise Genehmigungen und Gutachten erforderlich
  • Nicht jede Wärmepumpe ist für jeden Standort geeignet
  • Platzbedarf für bestimmte Systeme

Wärmepumpe im Altbau

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass Wärmepumpen nur für Neubauten geeignet sind. Das stimmt jedoch nicht. Auch in vielen Altbauten können Wärmepumpen effizient eingesetzt werden.
Entscheidend sind Faktoren wie die Dämmung des Gebäudes, die Größe der Heizkörper und die benötigte Vorlauftemperatur. Oft können bestehende Heizkörper weiterhin genutzt werden. In manchen Fällen ist es sinnvoll, einzelne Heizkörper auszutauschen oder das Heizsystem zu optimieren.
Ob eine Wärmepumpe für einen Altbau geeignet ist, sollte immer individuell geprüft werden.

Wärmepumpe im Neubau

Für Neubauten gehört die Wärmepumpe inzwischen zu den beliebtesten Heizsystemen. Moderne Gebäude benötigen nur wenig Heizenergie und bieten ideale Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb.
In Kombination mit einer Fußbodenheizung und einer Photovoltaikanlage lassen sich besonders niedrige Betriebskosten erzielen. Gleichzeitig erfüllt die Wärmepumpe die Anforderungen an modernes und zukunftssicheres Heizen.

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus

Wärmepumpen eignen sich nicht nur für Einfamilienhäuser. Auch Mehrfamilienhäuser können effizient mit Wärmepumpen beheizt werden.
Entscheidend ist eine sorgfältige Planung, damit die Anlage optimal auf den Wärmebedarf des Gebäudes abgestimmt wird. Je nach Größe des Hauses kommen einzelne große Anlagen oder mehrere Wärmepumpen im Verbund zum Einsatz.
Mit der richtigen Auslegung können Wärmepumpen auch in Mehrfamilienhäusern eine wirtschaftliche und zukunftssichere Heizlösung darstellen.

Fazit

Die Wärmepumpe hat sich in den vergangenen Jahren als moderne und effiziente Heizlösung etabliert. Sie nutzt erneuerbare Umweltwärme, senkt langfristig die Heizkosten und macht unabhängiger von fossilen Brennstoffen.
Dank moderner Technik eignet sie sich heute für viele Neu- und Bestandsgebäude. Welche Wärmepumpe die richtige Wahl ist, hängt jedoch immer von den individuellen Gegebenheiten des Gebäudes ab. Eine professionelle Beratung hilft dabei, die passende Lösung zu finden und das volle Potenzial der Anlage auszuschöpfen.
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